Unsere Dimensionen von oben – Agroforst trifft Fernerkundung

Der Einsatz von fernerkundungsbasierten Methoden

Ein Agroforstsystem lässt sich auf viele Arten und Weisen beobachten, z.B. mit Hilfe eines Fernglases, um aus der Ferne einen Vogel zu bestimmen oder mit einer Lupe, um die feinen Adern auf einem Blatt zu erkennen. Bei beiden Varianten stehen, sitzen oder liegen wir auf dem Boden. Was aber passiert, wenn wir unseren Blick nun einmal von oben auf unser System richten? So, wie es ein Vogel beim Fliegen tun würde. Zum Beispiel aus 60 Metern Höhe oder gar aus dem Weltall? – Ihr fragt Euch, wie das möglich ist? Die Antwort gibt uns die Fernerkundung.

Fernerkundung bezeichnet Verfahren und Methoden, die mit Hilfe von z.B. Drohnen, Flugzeuge oder Satelliten Informationen über Objekte, Gebiete oder Phänomene gewinnen und analysieren. 

Mit Hilfe der Fernerkundung ist es uns also möglich aus einer anderen Perspektive einen Blick auf unsere Systeme zu werfen, um so weitere Informationen zu sammeln, spannende Eindrücke zu gewinnen und neue Erkenntnisse zu erlangen! 

Wir wollen v.a. die Fernerkundung zur Erstellung von hochaufgelösten Basiskarten nutzen, die uns z.B. in der projektinternen App als Grundlagen dienen sollen, um unsere Transekte und Probenahmestellen im Feld wiederfinden zu können.

 

© Agroforstprojekt (2021): Drohnenaufnahme des Hühnerwalds auf Hof Hartmann

Die Methoden der Fernerkundung werden immer häufiger eingesetzt, um weitere und vor allem ergänzende Erkenntnisse über unsere Landschaft zu erlangen, so z.B. auch im Rahmen von Langzeitbeobachtungen. Der Vorteil, den wir durch den Einsatz der Fernerkundung haben, ist u.a. die berührungslose Zustandserhebung unserer Untersuchungsflächen. Wir können uns ein Bild von den Agroforstsystemen machen, ja sogar einen ersten Überblick verschaffen, ohne die Fläche selbst betreten zu müssen. Die gewonnenen Daten, die wir dabei generieren, können eine sinnvolle Ergänzung zu den anderen Citizen-Science-Methoden aus unserem Methodenkatalog darstellen. Die Fernerkundung ermöglicht uns somit die Erhebung von praxisrelevanten Parametern, die:

1.  für die Citizen-Scientists zu aufwändig im Feld zu erheben wären

2. über die Fernerkundung nach erfolgter betriebsspezifischer Kalibrierung in den Folgejahren des Monitorings ohne die Erhebung von Felddaten untersucht werden können.

Durch den Einsatz von Fernerkundung, z.B. in Form von Drohnenbasierten Bildern lassen sich Aussagen über relevante Indices, sog. Kennzahlen bestimmter Parameter (z.B. LAI oder NDVI) treffen, um so die räumliche Variabilität in einem Agroforstsystems mit hoher räumlicher Auflösung widergeben zu können. Ein Methodenvorschlag dazu lässt sich z.B. bei Wengert et al. (2021) finden. An dieser Stelle wird darauf nicht weiter eingegangen, sondern lediglich auf das „Programm des BMEL zur Fernerkundung“ (BMEL 2019) verwiesen, welches weitere Informationen zu den Chancen für Landwirtschaft durch den gezielten Einsatz von Fernerkundung für Euch bereithält.